Adria

Wolfgangs Mutter Gudrun kommt mit Freundin Hildegard nach Italien, um unsere Lebensumstände für die nächsten drei Jahre kennenzulernen und ihre „Kinder“ zu verabschieden.

Christina besucht uns mit Freundin Claudia und Kollegin Ulli kommt gleich mit Großfamilie von Lignano zum Verabschieden.

Harti bleibt bis zur Wasserung unseres Kats, danach borgt uns Schiffsnachbar Kurt sein Auto für diverse Besorgungen.

Am Samstag, den 7.7.2007 heiratet offensichtlich halb Österreich und wir legen vormittags ab – das Bild der am Pier nachwinkenden Mutter prägt sich tief ein…

Es bleibt uns keine Zeit zum gemütlichen Eingewöhnen. 20 Knoten SSW hart am Wind – Vorsegelwechsel, Reffen – Novigrad als Ziel können wir nicht anlegen, kreuzen wollen wir (noch) nicht, also finden wir Unterschlupf hinter dem bekannten Leuchtturm von Savudrija.

Von dort geht die Fahrt – durch Gegenwind bedingt – in kleinen Etappen nach Novigrad, Rovinj bis zur Südspitze Istriens.

In Medulin streikt einer der Motoren. Die Künste des ersten Mechanikers gehen über Wolfgangs Kenntnisse kaum hinaus, dafür stellt er eine Prognose von 10 bis 15 Tagen Wartezeit auf den vermutlich schadhaften Teil. Gegen die Stimmung Mittwoch abends hilft weder Bier noch Wein…

Donnerstag morgens läuft das Handy heiß und am Nachmittag kommt ein Mann von Yamaha Moto Service Pula, der sein Handwerk versteht. Er arbeitet schnell, schließlich hat er noch eine Vorladung bei der Polizei…

Einen Tag später laufen wir mit neuer Impulsspule aus und brauchen glücklicherweise kaum noch die Motoren. Die meiste Zeit unter Spinnaker geht es von Unije, über Molat, Murter und Primosten nach Hvar, wo wir 5 Tage später unsere Freunde Werner, Irene und Gideon mit ihrer „Cherina“ (Dehler 31) treffen.

Werner hat ein klares Konzept bei der Wahl seiner Liegeplätze: sie liegen in unmittelbarer Nähe der besten kroatischen Lokale.

Nach einem kurzen Stopp auf Korcula treffen wir zwei Tage darauf an der Südküste Lastovos mit Christian „Mondi“ und Freundin Sylvia zusammen. Die Anfahrt von Trogir ist für ihr 450 PS Motorboot (Bavaria 28) eine Angelegenheit weniger Stunden. Tags darauf umrunden wir mit ihnen die Insel mit 25 Knoten Speed – abgesehen von ein paar Badestopps.

Für den 22. Juli kündigt Intermar, Navtex und ein weitere Wetterbericht W bzw. NW Winde an. Unser kroatisches Permit läuft an diesem Tag aus, und damit auch wir mit Ziel Brindisi – bei leichtem OSO Wind…

Der leichte OSO Wind hält bis zur Dämmerung, dann wird er stärker und dreht auf SO. Unmittelbar vor Beginn der Nachtwache wechseln wir Vorsegel und reffen das Groß. Vor Mitternacht lässt der Wind kurz nach, dreht innerhalb einer halben Seemeile auf SW und legt kräftig zu. Die Windfahne wird eingestellt und erstmals auf dieser Fahrt können wir Brindisi direkt anlegen – mit 7 Knoten über Grund.

In den Morgenstunden kommt wieder der Spinnaker zum Einsatz und am Nachmittag motoren wir nach 145 sm in Brindisi ein.

Yachten sind am Anleger beim Denkmal nicht mehr erwünscht. Wir liegen, ein bisschen bewegter, an der „Hafenmeile“ Seno di Levante und teilen diesen Platz bei 43 Grad mit netten Österreichern. Sepp, Petra und ihr Sohn Thomas freuen sich darauf mit ihrer Yacht „Thomanu“ in den griechischen Inseln neue Ankerplätze zu erkunden.

Wir hingegen bleiben noch ein paar Tage in der Zivilisation und haben endlich wieder die Gelegenheit Wäsche zu waschen, ins Internetcafé zu gehen und Einkäufe zu erledigen.

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