|
Die Überstellung der „Sleipnir2“ von Fareham bei Portsmouth
in Südengland nach Cervar Porat in Kroatien erfolgt in den Monaten Juli
bis September 2001. Cervar Porat liegt an der Westküste Istriens südlich
von Novigrad.

Durch die schwere Krankheit ihrer Mutter ist Evi Anfang Juli gezwungen,
von England nach Wien zurückzufliegen. Einen Tag zuvor kommen unsere
Freunde Kurt und Paul an, um bei der Überstellung des Kats durch die
Biscaya behilflich zu sein.
Am 5. Juli zwingt uns extremer Zeitdruck - trotz ungünstiger Wetterprognose – abzulegen.
Wir fahren im dichten Schiffsverkehr durch den Solent und kreuzen bei mäßigem
Westwind durch den Englischen Kanal. Mehrere Tage Südweststurm in der
Biscaya steigern zwar das Vertrauen in das Boot, machen aber Coruna zum vorgegebenen
Zeitpunkt als Zielhafen unmöglich. Beim Ablaufen mit Kurs Ersatzhafen
San Ciprian erreicht „Sleipnir2“ nur unter Sturmfock (5,5qm)
bis zu 17 Knoten auf der Logge.
Unsere Freunde Kurt und Paul müssen sich im abgelegenen Hafen – Ankunft
knapp vor Mitternacht – ein Taxi für ihren Heimflug am nächsten
Morgen von Coruna organisieren. Einen Tag später kommt Evi wieder zu
Wolfgang aufs Schiff. Zu zweit wird die Überstellung unter wachsendem
Zeitdruck fortgesetzt.
Bis zum Kap Finesterre erschweren Weststürme immer wieder das Weiterkommen.
Die Einfahrt in den Hafen von Porto de Leixoes bei dichtem Nebel führt
zum Entschluss ein Radar anzuschaffen. Bei der Ansteuerung von Lissabon,
noch vor der Tejomündung, fallen beide Motoren aus. Den Versuch, den
Fluss bis zur Marina Doca de Alcantara hinaufzusegeln, geben wir schließlich
bei 4 Knoten Gegenstrom auf Höhe der großen Brücke auf und
erbitten Schlepphilfe.

Obwohl wir 8 Tage auf die Reparatur der Motoren warten müssen, gibt
es auch Positives: Wir müssen für den Liegeplatz nichts bezahlen
und befinden uns außerdem in interessanter Nachbarschaft. Unter anderem
liegt Agnellis „Stealt“ neben uns, und so stehen wir für
2 Tage in unmittelbarem Kontakt mit einer Proficrew.
In dieser Woche reisen auch unsere Freunde Werner und Hans an, um uns bei
den nächsten Etappen zu unterstützen.
Zu viert laufen wir aus, den Tejo flussabwärts am Denkmal Magellans
vorbei - Kurs Gibraltar. Nach 2 ½ Tagen passieren wir den Leuchturm
Tarifa und sind im Mittelmeer. Nach kurzem Stopp in Gibraltar fahren wir
weiter nach Fuengirola, von wo aus Evi wieder zu ihrer Mutter nach Wien reist.
Auch Werner tritt zur gleichen Zeit die Heimreise an.
Hans bleibt an Bord und wird Wolfgang in den nächsten Wochen eine unschätzbare
Hilfe sein. Durch das Alboranmeer über die Balearen, Sardinien bis zur
Nordküste Siziliens wechseln sich Flauten und Südostwinde ab. Durch
die schwachen und anfälligen Außenbordmotoren laufen wir in den
Flauten gerade 3 – 3.5 Knoten über Grund. Auf Mallorca steigen
unsere Freunde Eva und Wolfgang zu, ab Palermo begleiten uns Michi und Christina.
Spätestens auf der Kreuz nach Sizilien wird Wolfgang klar, dass wir
es innerhalb unserer Sommerferien nicht bis in die Adria schaffen werden.
Ein Anruf bei unseren Segelfreunden Roland und seiner Frau Eva klingt erfolgversprechend.
Sie sind bereit die Überstellung „Sleipnirs“ fortzusetzen
und wir wissen unser Boot bei ihnen in guten Händen.

Am 24. August erreichen wir Messina, Hans geht von Bord und bereits kurze
Zeit später kommt Roland zum Schiff. Es folgt eine ausführliche
Einweisung und am nächsten Tag tritt Wolfgang, drei Tage vor Schulbeginn,
erschöpft mit der Bahn die Heimreise an.
In den folgenden zwei Wochen wird „Sleipnir2“ von Roland, Eva
und Crew nach Cervar Porat in Kroatien überstellt. Ein Artikel über
diesen Abschnitt der Überstellung findet sich in der Segelzeitschrift
des Yacht Club Austria.
|